Mein Auslandsjahr in den USA

Das „Abenteuer“ begann im August 2012 als ich von Frankfurt erst nach San Francisco und anschließend nach Eugene geflogen bin. Mein Vater hatte mich noch unter widrigen Umständen (die Bahn hatte massive technische Probleme) zum Frankfurter Flughafen begleitet, so dass wir die letzten 25 Kilometer mit dem Taxi fahren mussten. Ich war so spät dran, dass ich fast noch mein Flugzeug verpasste. Dafür blieb nur wenig Zeit für einen emotionalen Abschied. Als ich dann schließlich im Flugzeug nach San Francisco saß, war ich erstaunlicherweise kaum aufgeregt und es hat sich angefühlt wie jeder andere Flug auch. Doch als ich endlich im Flugzeug nach Eugene saß, wo mich meine Gastfamilie abholen wollte, war ich sehr aufgeregt und hatte sogar bisschen Angst, meine neue „Familie“ kennen zu lernen. Aber diese Unsicherheit verflog sehr schnell, nachdem ich meine Familie getroffen hatte, denn sie waren sehr nett und haben mich in diesem Jahr wie ihren eigenen Sohn behandelt. Mit meinem Gastbruder, der für mich wie ein richtiger Bruder war, hatte ich sehr viel Spaß. Wir haben uns ein Zimmer geteilt und und viel Zeit miteinander verbracht. Dies hat mir gerade in der Anfangszeit sehr geholfen, mich zu integrieren. Als ich dann das erste Mal zu meiner Highschool kam, war ich wieder sehr aufgeregt, aber ich wurde auch dort so gut aufgenommen, dass es sich anfühlte, als wäre ich schon immer dort zur Schule gegangen. Nachdem ich das erste Fußballtraining absolviert hatte, hatte ich schon Freunde gefunden, mit denen ich fast jeden Tag etwas unternommen habe. Da der Sport an den amerikanischen Schulen einen festen Bestandteil des Schullebens darstellt, übt man zu jeder Jahreszeit unterschiedliche Sportarten aus, so dass ich wie eingangs erwähnt Fußball, Basketball und Baseball spielen konnte. Am allermeisten hat mir Baseball gefallen, auch weil wir sogar für eine Trainingswoche nach Arizona geflogen sind und ich dort mit meinen besten Freunden zusammen war. Ich hatte so viele gute Freunde, dass ich mich nie gelangweilt habe, denn wir haben nach der Schule und dem Sport, nach Erledigung der Hausaufgaben immer etwas unternommen wie zum Beispiel Kinobesuche oder Bowling. Ich hatte aber auch Pflichten zu erfüllen. Einmal die Woche, meistens sonntags, habe ich den Rasen gemäht. Außerdem haben mein Gastvater, mein Gastbruder und ich uns immer um die Kühe und Ziegen gekümmert. Es war ein komplett anderes Leben als ich es von zuhause kannte, aber es ist mir erstaunlich leicht gefallen, mich dort einzufügen. Das hätte ich so nicht erwartet. Meine amerikanische Familie hatte außerdem noch ein Zweithaus in einem Resort, wo wir einmal im Monat hingefahren sind. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht hat, da wir dort immer etwas in der Natur unternommen haben. Insgesamt war es ein sehr schönes Jahr und ich kann jedem empfehlen, einmal für einen längeren Zeitraum in eine „andere Welt“ einzusteigen! Ich habe dort Freunde für das Leben gefunden und auch eine zweite Familie. Ich war auch die letzten beiden Herbstferienzeiten jeweils für zwei Wochen wieder dort und habe bei der Familie eines Freundes gewohnt. Es war grandios alle wiederzusehen. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, wie gastfreundlich die Amerikaner sind und wie sehr sie sich für die europäische Kultur interessieren. Auf jeden Fall habe ich viel gelernt, unter anderem ist mein Englisch fast perfekt und ich traue mir auch viel mehr zu, nachdem ich dieses „Abenteuer“ in einem mir unbekannten Kulturkreis gemeistert habe! (Felix Harbusch, IGS, Göttingen)

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